Musikalische Bildung in Bedrängnis

So lautet der Titel eines Artikels aus der aktuellen Ausgabe von “Bildung Schweiz”. Der Artikel fasst in knapper Form zusammen, was am Forum Musikalische Bildung vom 20./21. Januar in Baden diskutiert wurde.

Wer soll Musik unterrichten? Sollen dies die gut verankerten Lehrpersonen an einer Klasse tun, oder sollen es Fachpersonen sein? Soll in einem Schulhaus  eine Person zuständig sein für die Koordination des Faches und alle Stunden übernehmen, welche durch die Klassenteams nicht übernommen werden können? Oder sollen etwa nur ausgewiesene Musiker das Schulfach Musik unterrichten?

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Aus meiner Sicht spiegeln sich in den Meinungen der Fachpersonen zwei Hintergründe:

  • Erstens ist tatsächlich eine grössere Gruppe der Meinung, die musikalische Bildung sei gefährdet. Über die Schlüsse, welche daraus gezogen werden, müsste man diskutieren.
  • Eine zweite Gruppe, und damit meine ich vor allem die Exponenten der Ausbildungsstätten, versucht vor allem ihr Ausbildungsangebot zu promoten. Der Streit zwischen PH’s und Musikhochschulen, wer die adäquatere Ausbildung anbietet, ist nicht zweckdienlich.
    Im Lichte des immer grösser werdenden Lehrermangels hat das keinen Platz. Alle diese musikalischen Ausbidlungsgänge sollten überlaufen sein. Das wäre ein Zeichen von Qualität und auch ein Zeichen davon, dass musikalische Bildung in den Köpfen von angehenden Lehrpersonen und der Gesellschaft einen hohen Stellenwert hat.

Ich unterrichte als ausgebildeter Kantonsschullehrer an der Sekundarstufe I. Mir gefällt das gut. Ich bin froh um die vertiefte Ausbildung in musikalischer Hinsicht. Es reizt mich natürlich, die talentierten Lernenden zu puschen. Mich beschäftigt aber im Moment immer wieder die Frage, wie ich die musikalisch wenig bis nicht gebildeten Schülerinnen und Schüler mit ins Boot nehmen kann. Das hat die Auswirkung, dass ich mit weniger sensationellen Resultaten zufrieden sein muss.

Zurück zum Artikel: Tatsächlich frage ich mich dann jeweils auch, wieso einzelne Lernende fast nichts aus der Primarschule mitbringen. Handlungsbedarf ist also angesagt. Für mich ist allerdings nicht die Frage, welches die richtige Ausbildung sei, sondern, dass der Lehrberuf grundsätzlich wieder attraktiv wird und die Schulleitungen darauf achten, dass sie einen Hüter oder eine Hüterin der Musik in der Schule anstellen. Dabei sind verschiedene Formen denkbar.